Sonntag, 8. März 2026

"Das Leben" ist ein Narzisst!

 


Will ein Mensch, der über Suizid nachdenkt, eigenlich sterben?

Nein! Er will im Grunde nur raus aus einer Situation, die ihn bereits ein Leben lang überfordert.

Jeder Mensch will leben. Irgendwann steht man aber vor der Erkenntnis, nicht zu wissen, wie das geht, ohne dass die eigene Seele langsam dahinsiecht.

Die Gesellschaft fordert in den meisten Fällen, ein Leben zu führen, das man im Grunde seiner Seele nicht führen möchte. Der eine Teil erwartet anderes Denken, der Andere erwartet anderes Handeln und der Dritte erwartet beides. Und alle wissen zu verhindern, dass man herausfindet, was der eigenen Seele entspricht und dann danach lebt. Alleine die Aussage "ich will langsam leben" stößt auf verständnislose Blicke. 

In den meisten Fällen beginnt die Überforderung bereits in dem Moment, wo man unabhängig von Anderen, dafür sorgen muss, dass die eigenen Grundbedürfnisse gesichert sind. Diese Sicherheit muss hart erarbeitet und "verdient" werden. Verdient hat die aber nur, wer gesellschaftskonform handelt und denkt. 

"Das Leben" ist ein Narzisst! Es heißt dich willkommen, sagt es liebt dich und dann plötzlich ist alles falsch, was du denkst und tust und das bleibt so bis zum Ende und es ist IMMER deine eigene Schuld!

Mit den Gedanken an Suizid kann man steinalt werden. Es ist nur eine Möglichkeit, mit der Überforderung zu leben. Sozusagen, der letzte Ausweg, den man in der Tasche hat. Aber man muss diesen Ausweg nicht nutzen. Und die Mitmenschen denken, du seist stark. Welch ein Hohn!

 

Samstag, 7. März 2026

Wer liest eigentlich hier?

Ich dachte immer, hier liest niemand. 

Aber die Statistik lacht mich aus. 

Wer liest hier? Ich hab keine blasse Ahnung!

 

Our colors will fade eventually

Bild von Luis Iranzo Navarro-Olivares auf Pixabay

They say the holy waters watered down
and this town's lost it's faith
our colors will fade eventually. 

So if our time is running out,
day after day 
we'll make the mundane
our masterpiece.

(Alex Warren, Ordinary) 

Donnerstag, 5. März 2026

Was machst du?

 

Bild von Nile auf Pixabay

Existieren.
Wie existieren?
Naja, jeden einzelnen Tag überleben.
Hä? (Fluchtmöglichkeiten werden gecheckt.)
Und was machst du?
Och ... (lossprudelt, ohne Punkt und Komma: Ehrenamt, Hund, Sport, Kreativität)
Und woher nimmst du die Energie?
Ach, weißt du, das gibt mir alles sooo viel.
Ok, Hund versteh ich. Kreativität auch. Sport - naja, wenns schön macht. Aber Ehrenamt? Ist Ehrenamt nicht das, was eine Gesellschaft braucht, um soziales Versagen unserer Politiker zu kompensieren? Macht dich das nicht fertig, dass man dich dafür ausnutzt?
Oh mein Gott, Eve! (Hat plötzlich keine Zeit mehr.)

Wie geht's dir?

Foto: pixabay
 

Scheiße, aber danke der Nachfrage.
Warum Scheiße?
Geht's dir nicht Scheiße?
Nein!
Warum nicht? 

Dienstag, 3. Februar 2026

Facebook-Fund, geklaut

 gefunden bei Ismael Jonas, Psychologe, Salzburg

Den Text muss ich behalten. Er beschreibt die Veränderungen so gut, besser kann ich das auch nicht.  

Ich dachte immer, sein erster Satz "Ich würde mich selbst als tolerant, freiheitsliebend und gelassen beschrieben" würde auf mich zutreffen. "Ja," dachte ich, "ich mich auch!" Darum hab ich den ganzen Text gelesen. Inzwischen stimmt das nicht mehr. Ich bin immer noch freiheitsliebend, darum geht mir der Zustand der Welt ja auch zunehmen so ans Nervenkostüm. Aber so tolerant, wie ich mal war, bin ich nicht mehr. Und die Gelassenheit ist eine Maske geworden, die ich immer schwerer ertragen kann. 

Hier kommt jetzt sein Text: 

WARUM ICH IM ALTER IMMER EXTREMER WERDE - OBWOHL ICH DAS NIE WOLLTE
Ich würde mich selbst als tolerant, freiheitsliebend und gelassen beschrieben.
Diese Haltung ist kein Lifestyle, sondern mein innerer Kompass:
Jeder soll sein Ding machen. Solange er andere in Ruhe lässt.
Und diese Einstellung habe ich heute immer noch.
Und trotzdem merke ich: Ich gelte heute als „extrem“.
Nicht, weil ich radikaler geworden bin – sondern weil sich die Spielregeln verschoben haben.
Beispiel: Ich hatte nie etwas gegen Flüchtlinge. Im Gegenteil: 2016 habe ich mich bewusst entschieden, als Psychologe in diesem Bereich zu arbeiten. Nicht aus Ideologie, sondern weil ich helfen konnte – und gebraucht wurde.
Schon 2017 wurde mir klar:
Integration ist schwierig.
Komplex.
Das wird sehr, sehr anstrengend.
Aber genau darüber durfte man 2017 plötzlich nicht mehr sprechen.
Nicht, weil es falsch war – sondern weil es störte.
Damals wurde man noch nicht beschimpft.
Man wurde einfach ignoriert.
Dann kam Corona.
Und hier ist etwas Entscheidendes passiert.
Zum ersten Mal habe ich erlebt, wie massiv und grob in Freiheitsrechte eingegriffen wurde.
Noch schockierender war etwas anderes:
Wie viele Menschen in kürzester Zeit autoritär wurden – und es genossen.
Menschen, die sich überboten mit Fantasien darüber, wie man Ungeimpfte ausgrenzen, bestrafen, wegsperren sollte.
Das war kein Randphänomen.
Das kam aus der Mitte.
Nach Corona dachte ich – naiv, wie ich zugeben muss:
Jetzt ist es vorbei.
Migration abgeebbt.
Pandemie vorbei.
Zurück zur Normalität.
Das Gegenteil trat ein.
Eine neue Migrationswelle setzte ein.
Diesmal sichtbar.
Spürbar.
Das Stadtbild veränderte sich real – nicht gefühlt.
Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einer Kollegin aus der Flüchtlingsarbeit:
„Ist dir aufgefallen, dass plötzlich ganz andere Menschen auf den Straßen sind?“
Wir fanden das beide erschreckend.
Ab diesem Punkt war etwas neu:Wer das offen sagte, war kein Kritiker mehr – sondern „Nazi“.
Und parallel wurde die Öffentlichkeit im Unklaren gelassen, was hier eigentlich geschieht.
Dazu mehr ein anderes Mal. Es ist nämlich so, dass diese Massenmigration nicht zufällig passiert …
Seitdem beschleunigt sich alles.
Mit der Machtübernahme der Grünen kam eine Politik, die man nüchtern so beschreiben kann:
Sie hat einer ohnehin angeschlagenen Wirtschaft den Rest gegeben.
Was wir heute erleben, ist eine Spaltung, wie ich sie so noch nie gesehen habe.
Ich bin Debatten gewohnt.
Ich kann andere Meinungen aushalten.
Was ich heute sehe, ist jedoch etwas radikal anderes:
1. Moral ersetzt Argumente
Abweichende Positionen werden nicht widerlegt, sondern moralisch disqualifiziert.
Nicht „du irrst“, sondern „du bist schlecht“.
2. Sprache wird zur Waffe
Begriffe wie „rechts“, „unsolidarisch“, „Nazi“ dienen nicht mehr zur Beschreibung, sondern zur Ausgrenzung.
3. Medien und Politik verschmelzen ideologisch
Bestimmte Narrative werden nicht mehr geprüft, sondern vorausgesetzt.
Kritik gilt als verdächtig – nicht als notwendig.
Ich merke:
Meine Grundhaltung ist gleich geblieben.
Aber das Koordinatensystem hat sich so weit verschoben, dass ich heute als „extrem“ gelte.
Ich bin nicht glücklich darüber, dass ich so etwas schreiben muss.
Es sind nicht die Themen, mit denen ich mich eigentlich beschäftigen möchte.
Ich hätte andere, schönere Themen.
Aktuell schreibe ich ein Buch über das, was in unserer Gesellschaft geschieht – und über das, worauf es meiner Einschätzung nach hinauslaufen wird. Nicht aus Lust, sondern aus einem dringlichen Gefühl heraus. Dem Gefühl, dass wir auf der Kippe stehen.
In meinem eigenen Wirkungskreis habe ich immer versucht, eine Stimme der Vernunft und der Freiheit zu sein.
Doch ich spüre: Das reicht nicht mehr.
Ich schreibe nicht, weil ich will.
Ich schreibe, weil ich nicht länger tatenlos zusehen kann.
Vielleicht werde ich nicht radikaler.
Vielleicht verteidige ich einfach nur Werte, die einmal selbstverständlich waren:
Freiheit.
Debatte.
Realismus.
Und vielleicht ist genau das heute schon extrem genug.
 
 

Freitag, 23. Januar 2026

Level 76 abgeschlossen - Level 77 freigeschaltet

 

Wurde Level 76 erfolgreich abgeschlossen? Definiere „Erfolg“. Ich lebe noch. Den Level hinter mich gebracht zu haben, ist mir im Moment Erfolg genug.

Montag, 15. Dezember 2025

Ich bin mal wieder viel zu empfindlich ...

Bild von Foto-RaBe auf Pixabay

... glaub ich.

Wenn man ein paar Wochen nicht zu Hause ist, bittet man Nachbarin G, sich um die Blumen zu kümmern und die sagt zu. Die Bitte erfolgte einige Wochen vor dem Reisetermin. Eine Woche vorher hat man sie erinnert. Anwort: sie hat das auf dem Schirm. 

Die Zeit vergeht und am Tag vor der Abreise hab ich sie noch einmal gebeten, sich bitte zu melden. Keine Antwort, sie war auch bis spät abends gar nicht zuhause. Am Abreisetag hab ich morgens in aller Eile die Blumenversorgung anders organisiert, mit Nachbarin A. Und dann war ich weg, wusste meine Blumen versorgt.

Und nun!!! wo ich weg bin!!! wird Nachbarin G aktiv. Man hätte das ja alles auch telefonisch machen können. Ja, hätte man, wenn sie sich denn, auf meine Bitte hin, bei mir auch mal telefonisch gemeldet hätte. Nun, in meiner Abwesenheit, organisiert sie mit Nachbarin A alles wieder um, dass sie es selbst machen kann. Ob ich damit einverstanden sei, etc. pp. Und mir schwillt der Kamm.

Es ging zwar immer "nur" um die Blumen. Nichts weltbewegendes, aber die blühen gerade wie doof und diesmal wollte ich, dass sie meine Abwesenheit überleben: 3 Gliederkakteen und 3 Orchideen. Auch die abgeblühten Orchideen treiben neue Blüten. Ich hätte gerne vorher besprochen, welche Behandlung die gewöhnt sind und anscheinend dermaßen lieben, dass sie mir wieder neue Blüten schenken wollten. 

Mein Verhältnis mit Nachbarin G war immer sehr angenehm. Das ging von Klöns mit Likörverkostung bis zu "haste mal ein Ei für mich" und gegenseitge Paketannahme. Diese Nichtbeachtung, die mir da plötzlich entgegengebracht wurde, trotz mehrerer Bitten  - fand ich kränkend. Sie hätten beide - der Mann und sie selbst - gesundheitliche Probleme gehabt. OK, kann man aber doch alles kommunizieren, oder? Ein "du, tut mir leid, ich hab keinen Nerv, kannst du dir das bitte anders organisieren" hätte mir gereicht. Ein einfaches "ich kann nicht, Erklärung kommt später", auch schriftlich, hätte mir auch gereicht. Aber diese totale Ignoranz - damit kann ich nur sehr schlecht umgehen. So macht man das doch nicht miteinander, oder?  Das ist ein subtiles "du bist mir gerade scheißegal". 

Aber als starke Frau - die ja ihre Stärke erworben hat, weil sie im Leben permanent auf den Pott gesetzt wurde - findet man Lösungen, für die man keine Nachbarinnen um Hilfe bitten muss. Es gibt beim verpönten "a" Bewässerungssysteme, mit denen man Topfpflanzen über mehrere Wochen hinweg versorgen kann. Für 15 Euro kann man sich dort allen Stress ersparen. 

Im Sommer bin ich wieder 4 Wochen weg. Da hab ich dann ein Bewässerungssystem und die Nachbarn können mich mal. Einladungen zur Likörverkostung werden jetzt eher nicht mehr ausgesprochen.

 

Sonntag, 14. Dezember 2025

Überforderungen im Alter

Man sagt ja, alt werden sei nix für Feiglinge. Ich bin kein Feigling, aber das Altern nervt tortzdem.

Der Besuch des Weihnachtsmarktes auf Schloß Moyland hat mich heute überfordert. 

Weihnachtsmärkte mit Menschenmengen sind ja eh nicht mein Ding. Der Weihnachtsmarkt war jedoch außergewöhnlich attraktiv. Er kostete auch Eintritt. Die Menschenmengen verliefen sich auf dem großen Gelände um das Schloss herum und wären kaum das Problem gewesen, wenn

- wir den Rundgang nicht falsch herum gemacht hätten. Er war ausgeschildert, aber das Schild haben wir nicht gesehen und sind die Runde falsch gelaufen. Dadurch hatten wir permanent Gegenverkehr, manchmal mit "Menschenmauern" von 4 bis 5 Stück Leute. 

- ich in der Runde nicht ständig hätte gucken müssen, wo Caro und Wilhelm waren. Denn jeder von uns - ich ja auch - blieb ständig an einer anderen Ecke stehen. Für Fotos oder nur zum gucken. Und so kam es tatsächlich, dass ich einmal da stand und nicht mehr wusste, wo die beiden waren. 

- ich in den letzten 2 Jahren mehr fotografiert hätte. Ich stand mit meiner Digi da und wusste nicht mehr, wie ich in der Dunkelheit richtig belichten musste. Dafür hätte ich mehr Zeit gebraucht, aber dann liefen mir die Kumpels weg. 

- ich nicht seit dem Unfall so unsicher auf den Füßen geworden wäre und mit der Angst zu fallen kämpfen müsste. Wenn ich nicht ständig gucken kann, wohin ich die Füße setze, werde ich unsicher beim Gehen. 

So hatte ich also 4 Dinge gleichzeitig unter einen Hut zu bringen: zu viele Menschen, auf die Füße gucken, gleichzeitig auf die Kumpels achten und mit den Digieinstellungen kämpfen. Ich bekam STress und mir wurde schlecht. Die einfachste Lösung lautete: lass die Digi stecken. Darum hab ich aufgehört Fotos zu machen und für den Reiseblog die Fotos bei Caro geklaut. 

Aber der Kopf steckt das nicht als normal weg und rotiert nach der Erkenntnis des Problems. Er kann nur schwer damit umgehen, dass das alles mal einfacher war und jetzt schwieriger wird. Dass die Belastbarkeit wegen solcher simplen Dinge immer weniger wird. Dass man tatsächlich bis zur Übelkeit überlastet ist. 

Scheiße so was! 

 


 

Freitag, 14. November 2025

Sachsenreise

Vom 5. bis 9.11. war ich mit Caro in Sachsen. Genauer im Erzgebirge, in Weigamannsdorf. Dort ist der Hund verfroren und das am Arsch der Welt. Aber landschaftlich sehr schön. Größtenteils erinnere mich die Landschat ans Bergische. Flache Hügel, viel Landwirtschaft und das alles bei Sonnenschein - einfach schön. Die Ausflüge nach Augustusburg und Greifenstein zeigten die rauhere Seite des Erzgebirges. Viele steile Felswände. Wer das lesen will kann HIER starten und sich dann weiter durchklicken.