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| Bild von CharuTyagi auf Pixabay |
Schrob ich schon, dass ich im Keller alte Ordner entrümpel und dabei alte Tagebücher gefunden habe? Die Ordner will ich weg haben, aber die Tagebücher nicht. Nun übertrage ich seit ein paar Wochen die Texte ins Notebook. 1998 hab ichdamals angefangen. 5 Jahre hab ich schon abgetippt.
Ist schon interessant, was ich so alles an Details vergessen habe. Dass zum Beispiel das schlechte Verhältnis zu den Eltern tatsächlich Gründe hatte und ich mir im Nachhinein, wo jetzt beide tot sind, das schlechte Gewissen, dass ich manchmal habe, wirklich sparen kann. Absolut nicht nötig.
Diese Jahre waren geprägt von Existenzangst und Kampf ums tägliche Überleben. Von Menschen, die immer für mich da waren - und das auch heute noch sind - und von jenen, die mich brutal im Stich gelassen haben. Ich verstehe heute nicht mehr, dass ich damals in der Lage war, diese psychischen Belastungen auszuhalten, ohne in der Klapse zu landen.
Aber das Interessanteste für mich heute ist, dass nicht nur die Erinnerung an die Ereignisse wieder da ist, es gibt auch eine emotionale Erinnerung. Situationen, die mir damals Übelkeit oder Zorn oder Verzweiflung machten, machen mir beim Lesen heute die gleiche Übelkeit wieder. Den gleichen Zorn, die gleiche Verzweiflung, aber auch die gleiche Freude.
Dass auch solche Emotionen alle gespeichert sind, hatte ich nicht erwartet. Die Folge davon: ich bin manchmal ziemlich aufgewühlt, wenn ich das abtippe.
Und ich habe wieder angefangen, täglich aufzuschreiben, was passiert und was mich bewegt. Aber nur für mich und nur im Notebook. Mit Passwort drauf. 😁
