Sonntag, 21. September 2014
Herr aller Dinge
Gerade musste ich mir sagen lassen, dass es keinen Schmutz gibt. Dass Schmutz nur Materie ist, die an der falschen Stelle liegt.
Wenn das so ist: Warum haben wir dann ständig ein Empfinden von Schmutz? Es stimmt doch! Alles, was im Universum "herumschwebt", ist Materie und als Materie sollte eigentlich alles, was im Universum "herumschwebt", richtig und normal sein. Wir selbst sind Materie. Hausstaubmilben sind Materie. Auch die Tomatensoße auf dem weißen Shirt ist Materie. Die Fettschicht im Dunstabzug ist Materie.
Das Wort Schmutz ist negativ belegt. Warum empfinden wir die eine Art von Materie positiv, die "Materie am falschen Ort" aber negativ? Tickt unsere Hirnmaterie da richtig? Warum ist "weiße-Shirt-Materie" nicht der richtig Ort für Tomatensoßenmaterie?
Weil Materie am falschen Ort unser ästetisches Empfinden stört. Weil unsortiert herumliegende Materie unser Verständnis von Ordnung durcheinander bringt. Weil Bakterienmaterie mit der Materie unseres gesamten Organismus nicht kooperieren will und uns krank macht.
Bei all dem kommt es aber auch wieder auf die Menge an. Und auf den Ort. Ein bisschen Tomatensoße auf einem roten Shirt fällt u.U. gar nicht auf und stört nicht. Unordnung in einer Kramkiste ist egal. Unordnung auf dem Wohnzimmertisch ist uns peinlich, wenn Besuch kommt. Ein bisschen E-Coli im Darm ist akzeptabel. Ein bisschen mehr kann schon ganz schön "beschissen" sein.
Lassen wir mal die gesundheitsstörende Materie beiseite. Aber warum stört uns Staubmaterie? Oder Hundehaarmaterie? Wenn wir das draußen antreffen stört es uns doch überhaupt nicht. Sandmaterie am Strand ist fantastisch unter den Füßen. Den gleichen Sand wollen wir aber auf keinen Fall in unseren Wohnungen unter den Füßen haben. Warum nicht?
Hirnmaterie macht also einen großen Unterschied zwischen akzeptabler und inakzeptabler Materie, sogar wenn es sich um die selbe Materie handelt, sie aber an einem anderen Ort liegt.
Schlimmes Beispiel dafür: Kunststoffmaterie im Ozean wird derzeit als große Bedrohung empfunden. Autozubehör aus Kunststoffmaterie macht uns diese Angst nicht. Obwohl sie letztendlich auch mal im Ozean landen wird auf ihrem Kreislauf durch Mülldeponien, Verbrennungsofenasche und Kläranlagenwasser.
Was ist gegen dieses Übel denn schon ein Knäuel Hundehaarmaterie auf dem Fußboden oder im Bett? Oder eine Schicht Staubmaterie auf den Vorratsgläsern? Oder Regentropfenkranzmaterie auf der Fensterscheibe? OK, ich gebe zu: Zuviel davon wird letztendlich wieder zu einem Problem mit der gesundheitsbedrohenden Bakterienmaterie.
Warum bestätigt mich dieser Gedankengang nun darin, weiterhin nicht so viel auf rumliegende Materie zu achten, die wir Schmutz nennen? Vor allem dann nicht, wenn ich irgendwo zu Besuch bin, wo es viele Hundehaarmaterie gibt? Ich kann das nämlich. Es führte bisher immer zu tollen Gesprächen mit Menschenmaterie, die sich von der sie umgebenden, rumfliegenden oder rumliegenden Materie nicht davon abhalten ließen, den Moment zu genießen und positive Gefühle für die anwesende Menschematerie zu entwickeln.
Das macht mich zum "Herrn aller Dinge". Ich bin Herrin über die mich umgebende Materie. Denn ich entscheide, wann ich mich ihr widme und wann ich was besseres zu tun habe. Nun bin ich gespannt, was der Kerngedanke des Buches zu seinem Titel ist, denn ich hab erst die Hälfte gehört.
Freitag, 12. September 2014
Samstag, 23. August 2014
Montag, 11. August 2014
Freitag, 8. August 2014
Schönes vom Tage
Aber zuerst die alte, abgestorbene und abgeschnittene Ulme. Zum Vergleich das alte Foto, kurz nach der Fällung:
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| Tot? |
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| Neinein! Sie schlägt wieder aus! Das gefällt mir! |
Montag, 21. Juli 2014
Mit der Digi unterwegs.
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| Bisschen schief. Digi stand auf nem Stein im Bach. |
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| Hortensie an der Paffrather Mühle |
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| Dicht auf dem Waldboden, |
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| Gibts jetzt reichlich nach dem Regen der Nacht. |
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| Einsame Schönheit im Wald. |
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| Regenmuster |
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| Was von der alten Ulme übrigblieb. |
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| Mein Herzbube! |
Samstag, 21. Juni 2014
Ich bin ich
Dienstag, 17. Juni 2014
Überfall am hellichten Tage
Samstag, 14. Juni 2014
Mal wieder ein Drabble
Wannenbad mit Behinderung
Das Einsteigen klappt inzwischen
ganz gut, mit dem defekten unbeugbaren Knie, Sie hockt sich auf die
Schräge am Kopfende uns lässt sich langsam ins Wasser gleiten. Das
Aussteigen erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. Allerdings ist nun
alles rutschig, seifig, schmierig. Mit dem gesunden Bein stemmt sie
sich die Wannenschräge hinauf, versucht ausreichenden Halt zu
finden, da rutscht der Fuß weg! Wie auf einer Rutschbahn geht es
abwärts. Der rutschende Körper verursacht eine Tsunamiwelle am
Fußende der Wanne. Wasser schwappt über den Wannenrand und flutet
die Badezimmerfliesen. Es ist nichts passiert, sie sitzt nur wieder
in der Wanne. Jetzt allerdings mit Lachflash!
Schmalz
Sie starrt aus dem Fenster. Regen. Auf dem Bordstein sitzt eine Frau. Lange Haare hängen über ein erschöpft aussehendes Gesicht, leer der Blick, herabhängede Schultern. Ein Reiter nähert sich. Schwarz das Pferd, schwarz der Umhang des Mannes. Er zügelt das Tier, steigt ab. Sanft hebt er die Frau auf und setzt sie auf das Pferd. Er steigt hinter ihr auf, hüllt sie schützend in den Umhang. Die Augen schließend, birgt sie das Gesicht an seinem Hals. Langsam reiten sie davon.
Ihr Blick kehrt zurück. Sie nimmt Schmalz auf das Messer, bestreicht ihr Brot, streut Salz darauf und beißt herzhaft hinein.
Ausruhen
Sie schaut auf die Autobahn und setzt sich langsam in Bewegung. Den Hügel runter und quer rüber. Am besten direkt hier, in der Kurve. Überraschung! Ein Merzedes kommt angeflogen, steigt in die Bremsen, es quietscht. Nichts passiert. Glück gehabt, der Merzedes. So, drüben angekommen. Und nun? Die Autobahn entlang? Könnte spaßig werden. Sie kriecht los. In voller Breite. Ziemlich viel los hier, aber das macht die Sache nur interessanter. Hinter ihr kommt ein Audi. Volle Kanne, im Überholvorgang. Bremsen quietschen, es scheppert blechern, Dauerhupen und wieder scheppern. Die Stelle ist gut gewählt. Hier will sie liegen bleiben. Die dicke Nebelwand.
Moni Tor
Moni Tor fühlt sich beobachtet. Eine Frau hat an ihrem Tisch Platz genommen und starrt sie an, ihre Finger trommeln auf der Tischplatte. Moni Tor fühlt sich nicht wohl. Die Frau schaut tief in sie hinein, als wolle sie in Moni Tor’s Seele lesen. Moni Tor weiß nicht, was sie gerade von sich preisgibt, was sie diesem eindringlichen Blick offenbart. Es scheint sehr interessant zu sein, denn die Frau nippt kurz an ihrem Tee, trommelt dann immer schneller mit den Fingern und blickt Moni Tor an. Da plötzlich steht die Frau auf und schaltet den Bildschirm ab. Moni Tor erstarrt.
Lärmbelästigung
Ich fahre erschreckt zusammen. Was ist das für ein Ton? Den Küchenwecker hab ich doch gerade abgeschaltet. So laut ist der nicht. Diesen nervigen Ton kenne ich nicht, wo kommt der her? Oh Gott, der Rauchmelder. Hier qualmt doch gar nichts! Wie schalte ich den aus? Der ist zu hoch. Stuhl! Draufsteigen, Druck auf den Rauchmelder, er schreit weiter. Ein Schlag mit der Faust, er fällt runter, schreit aber weiter. Wie nervig ist das denn? Da ein rotes Knöpfchen auf der Rückseite. Kann man reindrücken. Stille! Und was war nun? Frau Wirrkopf hat Plätzchen gebacken. Die waren etwas zu dunkel.
Ich bin Ich!
Überzeugt, ich würde im Vorausschauen und Vorausstapfen die Lösung aller Probleme finden, ging ich los. Denn „es“ geht ja bekanntlich immer weiter. Also muss ich „ihm“ hinterherlaufen. Plötzlich begegnete ich meinen Fehlern und musste sie alle noch einmal erleben. Den Alkoholismus meiner Lebensgefährten, den Vater unter dessen Tisch ich meine Beine streckte. All die falschen Entscheidungen. Als ich den Daumen in den Mund steckte, bemerkte ich die falsche Drehrichtung des Universums. Ich hatte beim Start falsch herum gestanden. Und nun? Noch einmal zurück und vorwärts? Eine zweite Chance? Oder noch einmal das selbe, weil ich ich bin?
Hunger
Sie sitzt seit Stunden am PC und arbeitet. Sie hat Hunger. Sie müsste sich etwas zu essen machen. Aber sie kann nicht aufstehen. Seufzend schaut sie an ihren Beinen entlang, hinunter zu ihren Füßen. Nein, sie kann nicht. Sie arbeitet weiter. Verhungern wird sie schon nicht. Sie denkt an Kuchen, an saftige Butterbrote mit Spiegeleiern und Ketchup. Er liegt da und schläft und sie kann nicht aufstehen. Im Kühlschrank steht herrlich kalter Orangensaft. Sie müsste nur aufstehen und in die Küche gehen. Aber sie kann nicht. Sie bringt es nicht fertig, den schlafenden Hund auf ihren Füßen zu wecken.
Häutung
Vorsichtig ritzt sie die Haut mit dem Messer ein und beginnt, sie abzuziehen. Boah, schon wieder so eine, die sich nicht großflächig abziehen lässt und sofort das Messer verklebt. Die Haut zerfasert in schmale Streifchen um dann ganz abzureißen. Die anschließende Schabearbeit ist mühsam. Woran liegt das bloß? Manchmal kommt sie in großen Stücken ab, ein anderes Mal in kleinen Fitzelchen. Am Untergrund kanns nicht liegen. Sorgfältig arbeitet sie weiter, verliert fast die Geduld. Aber je ungeduldiger sie wird, umso kleiner werden die Fitzelchen. Sie seufzt, reinigt das Messer unter fließendem Wasser und schabt. Sie mag keine Pellkartoffeln mit Schalenfitzelchen.
Erdbeben
Sie fliegt und fliegt. So viel Raum und doch nicht unendlich. Sie fliegt zurück. Da, ein Gebirge inmitten eines Sees. Sie landet auf einem Felsen und beginnt, sich zu säubern. Wäscht sich das Gesicht, den Hals, die Flügel. Der Boden ist feucht, aber sie hat guten Halt und ruht sich aus. Manchmal fliegt ein Wassertropfen an ihr vorbei. Gerade trinkt sie einen Schluck Wasser, als der See durch einen Stoß erschüttert wird. Ein Felsen kommt ins Rutschen, wodurch einer der fliegenden Tropfen ihren Kopf trifft. Sie verliert das Gleichgewicht, rutscht ins Wasser, schwimmt, strampelt … die Fliege ertrinkt im Zimmerbrunnen.
Du sollst nicht töten
Gott, das mit dem Frieden wird nicht gehen! So lange Menschen sich in Armeen verpflichten, um das Töten zu erlernen und sich dabei anerkannt fühlen. So lange Menschen das Töten genießen, weil sie die Macht oder den Befehl dazu haben. So lange für das Töten auf Befehl Absolution erteilt wird. So lange sich Menschen in der Rüstungsindustrie verdingen, ohne zu bedenken, dass sie den Tod herstellen. So lange Veteranen stolz auf ihre verkrüppelten Körper sind und ihre Waffe mehr lieben als ihre Gesundheit. So lange wird die Sache mit dem Frieden nicht gehen, Gott. So lange wird der Teufel lachen.
Du schläfst nur
Jeden Morgen lege ich meine Hand auf deine Brust und nehme deine Pfote in die Hand. Erleichtert spüre ich das Klopfen deines Herzens und das Zittern deiner Pfote. Du drückst deine Krallen in meine Handfläche. Gerne wüsste ich, wovon du träumst. Meine Finger kraulen dein Brustfell und du blinzelst durch halb geschlossene Lieder. Es folgt ein langer, tiefer Atemzug und du schmatzt genüsslich. Manchmal wünsche ich mir, du würdest schnarchen. Aber dein Atem geht lautlos. Immer! Darum muss ich mich jeden Morgen neu vergewissern, dass …. Und jeden Morgen stelle ich erleichtert fest: Du schläfst nur.
Der Sinn des Lebens.
Ich stehe am Abgrund. Übelkeit beim Gedanken, ich könnte dort hinunterfallen. Springen wär gut. Was ist schon das Leben? Eine Aneinanderreihung von Zufällen, die mir selten gut tun. Man erwartet von mir, an mich gerichtete Erwartungen zu erfüllen. Das will ich nicht. Was will ich? Ich weiß es nicht. Ich kann mit dieser „Leberei“ nichts anfangen. Gar nichts. Alle Versuche zu leben haben anfangs Spaß gemacht, dann wurde Routine, Langeweile daraus oder beides. Seit ich denken kann, will ich sterben. Etwas setzt sich neben mein linkes Bein. Mein Herz wird warm und weich. „Komm mein Hund! Geh’n wir nach Hause.“
Sonntag, 25. Mai 2014
Heute gibt es was umsonst!
Man darf sich aussuchen, wer einem zukünftig die Lüge auftischt, Mitspracherecht und Demokratie hätten für ihn oberste Priorität.
Man darf sich aussuchen, wer sich zukünftig für noch mehr Gentechnik und noch mehr Macht für Monsanto einsetzt.
Und das Aussuchen ist völlig umsonst. Also lauft schnell, dass ihr anschließend stolz erklären könnt, ihr wärt dabei gewesen. Heute kostet es noch nichts. Bezahlen müsst ihr alle erst später!
Irgend einer von den vorhandenen, aufgelisteten wird das schon erledigen. Ihr findet diese Personen auch ohne mich! Ich spar mir das und geh mit dem Hund raus. Heute kann ich ihn mir finanziell noch leisten. Morgen vielleicht schon nicht mehr. Carpe Diem!




























